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Natalie Häusler, Bethsabée reste au bains, 2018, Keramikfliesen, Poolunterkonstruktion, Wasser, Lavasteine, Sound, 5:23 Min. im Loop, Installationsaufnahme KIT – Kunst im Tunnel,
© Künstlerin, Foto: Ivo Faber

Einzel im Raum

Natalie Häusler im KIT

Das Wasser ist ganz nah. Assoziativ reagiert Natalie Häusler auf den Aus­stellungsort. Sie verwebt ihre einzelnen Bilder, Objekte und Installationen so miteinander, dass verschiedene Geschichten aus unterschiedlichen Kontexten aufscheinen, in den Werken sehr konkret werden und sich ein bestimmter, durchgehender Ton über das gesamte Geschehen legt. Ein bisschen Vorwissen ist für den Betrachter nötig, das liefert das Begleitheft zur Ausstellung im KIT. Der Ausstellungstitel „Honey“ selbst bleibt dezidiert mehrdeutig, am ehesten ist er fassbar über die im Raum in verschiedener Umsetzung wiederkehrende Wabenform. Aber auch im Spiel der Liebe und vielleicht als Hinterfragung der Geschlechter zueinander. Natalie Häusler lädt auf eine atemberaubende Zeit­reise ein, mit dem Blick in ein Aquarium und zugleich hoch zum Himmel beginnend im mythischen Atlantis und sodann im Mittelalter inne haltend: im buchstäblichen Zitieren des „Romans de la Rose“ aus dem 13. Jahrhundert, der von der Liebe handelt. Natalie Häusler verweist dazu auf das im Mittelalter verbreitete Ambiente des Lustgartens. Als Hortus Conclusus begegnet es uns schon im trennenden Zaungeflecht, das in den langgestreckten, geschwungenen Ausstellungsraum leitet, und im gekachelten Schwimmbad, das mit kulturgeschichtlichen und profanen Referenzen aufgeladen ist. Und mittels der umfangenden Siebdruck-Malereien, die als Fries an den gegenüberliegenden Wän­den auf einem Rapport zwischen Kacheln und Waben basieren. Auch bei diesen Bildern gelingt es Natalie Häusler, den Bogen zwischen Ritus und heutigem Alltag, entrücktem Luxus und lakonischer Zustandsbeschreibung zu schlagen.

Das KIT wurde 2007 eröffnet; es ist der Städtischen Kunsthalle zugeordnet. Der Ort befindet sich zwischen den Tunnelröhren der Schnellstraße unter der Rheinpromenade. Schon früher fanden in diesem Restraum Ausstellungen und Aktionen statt. Aber erst nach der architektonischen Ausgestaltung durch das Büro von Niklaus Fritschi hat das ganze Stil und Kontinuität. Intention ist es, auf die nahegelegene Kunstakademie und das hiesige Potential junger Künstler aufmerksam zu machen. Das KIT hält sich an diese Programmatik und hat sie sinnvoll erweitert. Zu sehen sind mittlerweile auch Beiträge ausländischer Klassen oder Projekte, die von Akademieprofessoren kuratiert sind. Einzel­ausstellungen sind die Ausnahme: Natalie Häusler, die 1983 geboren wurde, in Braunschweig studiert hat und in Berlin lebt, ist erst als vierte dran – sie hat‘s gut gemacht.

Natalie Häusler
Honey, bis 23. September im KIT, Mannesmannufer 1b, Di-So 11-18 Uhr,
www.kunst-im-tunnel.de

TH

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