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Installationsansicht Tschabalala Self in der Kunsthalle Düsseldorf: Journey Through a Body, 2021
© Künstlerin, Foto: Katja Illner

Eins mit dem Körper

Körper und Identität in der Kunsthalle

Die Kunsthalle am Grabbeplatz erfindet sich immer wieder neu. Zeitgenössische Malerei, monographische Ausstellungen in verschiedenen Medien, Positionen aus dem Rheinland, die Werke fernöstlicher Künstler*innen, assoziativ thematische Ausstellungen folgen direkt aufeinander, und von Zeit zu Zeit greift Gregor Jansen als künstlerischer Leiter der Kunsthalle einzelne Fäden auf und führt sie fort. So ist die derzeitige Ausstellung „Journey Through a Body“ durch frühere Schauen vorbereitet und reagiert auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen. Sie thematisiert Körperwahrnehmung und Geschlechts­iden­­­tität mit den Beiträgen von sechs Künstler*innen aus diversen Positionen und internationalen Perspektiven. Die Kunsthalle ist mit dieser Ausstellung ganz in der Gegenwart virulenter Anliegen, aber sie basiert auf klassischen künstlerischen Verfahren.

Das zeigt schon Cajsa von Zeipel (*1982) mit ihrer Skulptur aus zwei heftig ineinander verschränkten Figuren, die sich an einer Pole-Dance-Stange drehen und an die Figura serpentinata des Manierismus denken lassen. Die Fragen, die Cajsa von Zeipel aus eigener Betroffenheit aufwirft, beziehen sich auf das Leben als gleichgeschlechtliches Paar und auf die künstliche Be­­fruchtung. Kate Cooper (*1984) zeigt in ihrem computergenerierten Video eine digitale weibliche Gestalt unter einer Plastikfolie, die in ihren deformierenden Bewegungen zur Skulptur wird, sich Raum verschafft, auf das Posing der Bodybuilder*innen anspielt und die kapitalistische Vereinnahmung des leiblichen Körpers anprangert. Und Christina Quarles (*1985) nutzt die altehrwürdige Trompe-l'?il-Malerei, um Körper und ihre Zuschreibungen aufzulösen und als „multiethnische queere Cis-Frau“ (Kat.) neu zu befragen, während Nicole Ruggiero (*1991) in digital erzeugten Fotografien und einer Virtual Reality Station demonstriert, welche Rolle das kommerzialisierte Internet für die Identitätsbildung spielt. Tschabalala Self (*1990) thematisiert mit ihren hängenden Figurationen aus Plexiglas-Schablonen und ihren Textilcollagen die diskriminierende Sicht auf die Körper der People of Color. Luki von der Gracht (*1992) schließlich, der gerade in der Absolvent_Innenausstellung der Kunstakademie in K21 vertreten war, hat eine Passage gebaut, die mit ihren Texten, Prints und Zeichnungen um geschlechtliche Zugehörigkeit und die damit verbundenen Vorurteile und ein neues Selbstbewusstsein kreist. Alle diese Beiträge sind als künstlerische Form elaboriert. Sie wirken leicht und niemals didaktisch; in ihrem Gehalt und mit ihren Erfahrungen an der eigenen Haut aber sind sie ernsthaft und sehr notwendig.

Journey Through a Body, bis 1. August in der Kunsthalle am Grabbeplatz
in Düsseldorf, www.kunsthalle-duesseldorf.de

TH

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