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Kris Scholz, Ausstellungsansicht „Bauhaus und die Fotografie“
© Künstler, NRW-Forum Düsseldorf, Foto Katja Illner

Die Aktualität des „Bauhaus“

Ein „Neues Sehen“ im NRW-Forum

Die Ausstellung „ Bauhaus und die Fotografie – Zum Neuen Sehen in der Gegen­­wartskunst“ passt exzellent in das NRW-Forum. Das einstige „Landesmuseum Volk und Wirtschaft“ wurde 1998 als „NRW Forum Kultur und Wirtschaft“ unter der kuratorischen Leitung von Werner Lippert und Petra Wenzel eröffnet. Aus­gestellt wurden die angewandten Künste, wie sie die Kunstinstitute in Düsseldorf kaum zu bieten hatten: Mode, Werbung, Architektur, Fotografie und Video, im übrigen auch Musikvideos, und das alles erstklassig. Als sich Ende 2013 das Land und die Messe Düsseldorf aus der Finanzierung zurückzogen, beendeten auch Lippert/Wenzel ihre Tätigkeit. Seither wird das NRW-Forum von der Stadt alleine getragen, seit April 2015 mit Alain Bieber als künstlerischem Leiter, der von Mal zu Mal Kuratoren hinzuzieht. Gelobt wurden sein Gespür für brisante Themen, besonders zur digitalen Kultur, und die kreative Unruhe der Aktivitäten. Kritisiert wurde die mangelnde Genauigkeit der Ausstellungen.

Die aktuelle Schau nun, die vor dem Hintergrund „100 Jahre Staatliches Bau­haus“ entwickelt wurde, bezieht sich auf dessen innovatives und experimentelles Verständnis in der Fotografie mit dem Anspruch des „Neuen Sehens“. Sie setzt chronologisch (am Ausstellungsende) mit einer virtuellen Rekonstruktion der Werkbundausstellung „Film und Foto“ 1929 in Stuttgart ein, zu der László Moholy-Nagy die führenden Positionen versammelt hatte. Reprints seiner eigenen Fotoarbeiten sieht man in ihrer „Petersburger Hängung“ der Berliner Sta­tion an anderer Stelle, und zwar in Sichtkontakt zu heutigen Fotokünstlern. Die insgesamt 12 aktuellen Künstlerpositionen im NRW-Forum repräsentieren unterschiedliche Strategien und Techniken, die einmal explizit das Staatliche Bau­haus zitieren, dann wieder Parallelen zu seinen Arbeiten aufweisen, dann doch nur peripher damit zu tun haben. Das „Neue Sehen“ wird schon für den Blick der Kamera nach oder von unten reklamiert. Aber Kris Scholz‘ ausschnitthafte An­­sichten auf Fußböden in Künstlerateliers in Peking und der Film „Play Dead; Real Time“ (2003) von Douglas Gordon, der das Sich-Hinlegen und wieder Auf­ste­­hen eines Elefanten in einem cleanen Raum aus der Perspektive der Maus beobachtet, sind Höhepunkte dieser Ausstellung. Im Obergeschoss folgt dann der Sicht in die Zukunft der Fotografie mit studentischen Arbeiten der Hoch­schulen Darm­stadt und Nürnberg, die sich teils gerade nicht auf das Staatliche Bauhaus beziehen. Erst hier verliert die Ausstellung an Stringenz.

Bauhaus und die Fotografie – Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst
bis 10.3., im NRW-Forum im Ehrenhof Düsseldorf, www.nrw-forum.de

TH

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