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Cinéma du Look

Cinéma du Look

Filmreihe vom 3. – 28. Oktober in der Blackbox im Filmmuseum

„Das Geschäft muss sich der Kunst anpassen, nicht die Kunst dem Geschäft.“ (Opernsängerin Cynthia Hawkins in Jean-Jacques Beineix‘ DIVA)

Die 1980er-Jahre markierten einen Bruch im französischen Kino. War dies zuvor vor allem von der Nouvelle Vague und dem realistischen Autoren-Kino der 1970er-Jahre geprägt, leitete das Debüt eines jungen Regisseurs eine stilistische Epoche ein, die vor allem mit ihrer Ästhetik von sich reden machte. Der Film hieß DIVA (1981) und wurde nach anfänglichen Startschwierigkeiten zum großen internationalen Erfolg für Jean-Jacques Beineix. Weitere Filmemacher wie Luc Besson, Leos Carax und Jean-Pierre Jeunet folgten, und so sah sich der Filmkritiker Raphaël Bassan dazu veranlasst, ein neues Kino des Sehens auszurufen: das „Cinéma du Look“.

Dazu gehörten bis in die 1990er-Jahre Filme, die vor allem an der Art ihrer Er­schei­nung, ihres Looks, interessiert schienen. Ein postmodernes Kino, das seine Ge­schich­ten in auffallenden und nicht-naturalistischen Handlungssettings verortete und auf künstliche Gestaltung mit intensiven Farb- und Lichteffekten setzte. Ein stilisiertes Kino, maniriert und irreal. Für viele Kritiker*innen (am prominentesten auch die der Cahiers du Cinéma) aber auch ein Kino der Oberfläche.

Sie warfen diesen Filmen und ihren Macher*innen vor, erzählerische Tiefe, eine psychologische Charakterisierung oder sozialrealistische Relevanz bewusst zu vermeiden. Also ein unpolitisches Kino für unpolitische Zeiten? Deutlich wird die Anlehnung an die zur gleichen Zeit sich vor allem durch das Musikfernsehen etablierende Video-Ästhetik, an Cartoons und frühe Computerspiele sowie an die glatten Oberflächen der Werbung, die nicht nur Waren, sondern damit auch vorgegebene Lebensstile und Haltungen verkauft. Ein Albtraum des „Spektakels“, wie es sich bei Guy Debord bereits abgezeichnet hatte. Das Bild und nichts als das Bild.

Eine Kritik, gegen die sich die Filmemacher*innen mit ihren Filmen selbst stemmten, für den Kampf um das Bild und gegen eine Assimilierung der Farbe und des Schönen unter das Diktat der Werbung. Eine Abkehr von früheren Idealen, die sie gleichzeitig in der Politik der neu gewählten sozialistischen Regierung Mitterands beobachteten. Es galt, dem Spektakel mit seinen eigenen Mitteln beizukommen, es zu unterwandern und die Oberfläche der Werbung als Fläche zur Reflexion zu nutzen.

Sa 3.10. 18:00 | So 25.10. 18:00
DIVA
F 1981 ∙ 117 min ∙ DF ∙ 35mm ∙ FSK 12
R: Jean-Jacques Beineix · B: Jean-Jacques Beineix, Jean van Hamme ·
K: Philippe Rousselot · D: Frédéric Andréi, Richard Bohringer u.a.
 
Sa 10.10 17:00 | So 18.10. 15:00
37,2 °C LE MATIN | BETTY BLUE – 37,2 GRAD AM MORGEN
F 1986 ∙ 184 min ∙ OmU ∙ digital1080p ∙ FSK 16
R: Jean-Jacques Beineix · B: Jean-Jacques Beineix nach einem Roman von Philippe Dijan · K: Philippe Rousselot · D: Jean-Hugues Anglade, Béatrice Dalle

Fr 9.10. 18:30
SUBWAY
F 1985 ∙ 98 min ∙ DF ∙ 35 mm ∙ FSK 12
R: Luc Besson · B: Luc Besson, Pierre Jolivet, Alain Le Henry, Marc Perrier, Sophie Schmit ∙ K: Carlo Varini ∙ D: Isabelle Adjani, Christopher Lambert u.a.

Sa 17.10. 21:15
NIKITA
F/I 1990 ∙ 117 min ∙ DF ∙ 35mm ∙ FSK 16
R/B: Luc Besson · K: Thierry Arbogast · D: Anne Parillaud, Tchéky Karyo,
Jeanne Moreau, Jean Reno u.a.

So 18.10. 19:00
MAUVAIS SANG | DIE NACHT IST JUNG
F 1986 ∙ 116 min ∙ DF ∙ 35mm ∙ FSK: 16
R/B: Leos Carax · K: Jean-Yves Escoffier · D: Denis Lavant, Juliette Binoche, Michel Piccoli, Julie Delpy u.a.

Mi 21.10. 20:00 | Sa 24.10. 18:00
LES AMANTS DU PONT-NEUF | DIE LIEBENDEN VON PONT-NEUF
F 1991 ∙ 125 min ∙ DF ∙ 35mm ∙ FSK 16
R/B: Leos Carax · K: Jean-Yves Escoffier · D: Juliette Binoche, Denis Lavant, Klaus-Michael Grüber, Daniel Buain u.a.

Mi 28.10. 20:00
DELICATESSEN
F 1991 ∙ 99 min ∙ DF ∙ 35mm ∙ FSK 16
R/B: Jean-Pierre Jeunet, Marc Caro · B: Jean-Pierre Jeunet, Marc Caro,
Gilles Adrien · K: Darius Khondji · D: Dominique Pinon, Jean-Claude Dreyfus,
Marie-Laure Dougnac, Karin Viard u.a.

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