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Thomas Schütte, Gartenzwerge, 2015-17, Keramik glasiert, Höhe ca. 155 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn
Foto: Dejan Saric

Aus Keramik

Thomas Schütte im Hetjens Museum

Thomas Schütte, der an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hat und seitdem hier lebt, gehört zu den spannendsten Künstler*innen der Gegenwart. Er arbeitet überwiegend mit Skulptur und Zeichnung, also traditionellen Me­­dien, mit denen er aktuelle Fragestellungen thematisiert. Nachdem er zunächst mit architektonischen Skulpturen bekannt wurde, trat zunehmend der Mensch in den Fokus seiner Untersuchungen, gegeben als psychosoziales Wesen mit einer starken Mimik und je nachdem auch Gestik. Teils treten Figuren oder Häup­­­ter in Beziehung zueinander und befragen soziales Miteinander, psychosoziales Verhalten, psychische Verfasstheit ...

1987, 1992 und 1997 wurde Schütte zur documenta eingeladen; 2005 erhielt er den Goldenen Löwen der Biennale Venedig, 2010 den Kunstpreis der Landes­hauptstadt Düsseldorf. Sein Werk wurde u.a. in K21, der Bundeskunsthalle Bonn und dem Museum Folkwang in Essen vorgestellt. Dazu kommen Aus­stellungen in der Konrad Fischer Galerie und in der Skulpturenhalle seiner Stiftung auf der Raketenstation Neuss.

Ein Aspekt stand dabei bislang kaum im Vordergrund: Schüttes Arbeiten aus Keramik. Dabei ist es gerade das Medium, bei dem er die Spuren der Hand in der Oberfläche erhält, experimentieren und sich selbst überraschen kann. Das Hetjens Museum zeigt nun einen konzentrierten Überblick seit Ende der 1990er Jahre, der die keramischen Skizzen deformierter Figuren, die grotesken Muta­tionen eines Hundes, die Fahnen aus drei monochromen Flächen und vor allem Häupter der jüngsten Zeit umfasst. Ausgestellt sind auch zwei mehrteilige Gruppen, die in ihrer Verknappung Gefäße und stilisierte Figuren zugleich sind und an Schüttes Beitrag zur documenta 1992 denken lassen: Auf dem Portikus des ehemaligen Roten Palais am Kasseler Friedrichsplatz standen typisierte Darstellungen von Flüchtlingen in verschiedenen Hautfarben – die politische, gesellschaftliche Sensibilität kennzeichnet sein ganzes Werk. Also, was sind das für ausdrucksstarke Gesichter im Hetjens, die minutiös modelliert sind, die die größte Intensivierung in sich tragen und aus jeder Perspektive anders aussehen? Dazu kommen die faszinierenden schimmernden Farbglasu­ren, welche das Besondere und das Porträt-, aber auch Zitathafte steigern, bei dem sich inneres Seelenleben und Physiognomie durchdringen. Faszi­nierend ist der Ausdrucksreichtum, den Schütte der Keramik abgewonnen hat … Schon seit längerem bezieht das Hetjens zeitgenössische freie Kunst in seine Konzeption ein. Thomas Schütte ist natürlich ein Held – so kann es gerne weitergehen.

Thomas Schütte: Keramik
bis 20. September im Hetjens - Deutsches Keramikmuseum
Schulstraße 4 in Düsseldorf, Di-So 11-17, Mi 11-21 Uhr

TH

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