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Foto: Gert Weigelt

reprise.02 – Neither

in der Deutschen Oper am Rhein 30./31.5. & 3.6.

Mit „Neither“ schuf Martin Schläpfer 2010 ein von Publikum und Presse in seltener Einhelligkeit bejubeltes Werk. Drei Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf geben 2012 die Gelegenheit zu einer Wiederbegegnung.
Morton Feldman komponierte „Neither“ 1976/77 auf 87 Worte von Samuel Beckett. Eine sprachlich äußerst knappe, abstrakte und in ihren zahllosen Verneinungen geradezu verkeilte Gedankenkonstruktion über das Thema der Vergeblichkeit. Für Martin Schläpfer eine „Musik der Zwischenräume – und damit genau das, was für mich Tanz auch sein kann. Mir erscheint diese Partitur wie ein Organismus, wie eine Lunge oder auch ein Dschungel, den man durchschreitet, ohne zu wissen, ob der Weg, den man wählt, der richtige ist – oder radikaler formuliert: Jeder Weg könnte der richtige sein. Man geht in eine Welt hinein, die einen an einen völlig anderen Ort versetzt – und wenn man am Ende aus dieser wieder herausgefunden hat, ist man zumindest tangiert, vielleicht auch verändert, aber man weiß nicht warum.“
Martina Wohlthat berichtete in der Neuen Zürcher Zeitung: „Tanz von großer Durchlässigkeit und Schutzlosigkeit des Individuums mit ungeglätteter Wahrhaftigkeit und betont körperlichen Zügen. Man bekommt als Zuschauer den Eindruck, dass die Tänzer ganz bei sich selbst sind und ihnen daraus eine neue Freiheit zuwächst. Der Tanz stellt in Martin Schläpfers Choreografie ‚Neither‘ mehr Fragen, als dass er Antworten gibt, bleibt auf der Suche nach dem Dazwischen spannungsvoll in der Schwebe. Besser als jede tänzerische Gewissheit korrespondiert dies mit jenem erratischen ‚Weder‘, das Feldmans Stück im Titel trägt.“ Und Stephan Müller schrieb im Kulturmagazin Du: „Das Verdienst Schläpfers ist es, die rätselhafte Vergeblichkeit, die wunderliche Deutungsstille der textlichen und musikalischen Vorlage in Tanz umzusetzen. Er schmilzt dabei das Arsenal der Tanzgeschichte so zusammen, dass ein Gesamtbild entsteht von Wartenden, Wagenden, Aufschreckenden, Zitternden, Feiernden, Suchenden, Rasenden.“

Martin Schläpfer

NEITHER
Oper in einem Akt von Morton Feldman
Text von Samuel Beckett

CHOREOGRAPHIE Martin Schläpfer
MUSIKALISCHE LEITUNG Dante Anzolini
VIDEO-LICHTINSTALLATION, RAUM UND KOSTÜME rosalie
LICHT Volker Weinhart

SOPRAN Marlene Mild

TÄNZERINNEN Sachika Abe, Ann-Kathrin Adam, Marlúcia do Amaral, Camille Andriot, Aisha L. Arechaga, Doris Becker, Wun Sze Chan, Mariana Dias, Feline van Dijken, Cristina Garcia Fonseca, Christine Jaroszewski, Yuko Kato, So-Yeon Kim, Anne Marchand, Nicole Morel, Carly Morgan, Louisa Rachedi, Claudine Schoch, Virginia Segarra Vidal, Julie Thirault, Anna Tsybina, Irene Vaqueiro

TÄNZER Christian Bloßfeld, Andriy Boyetskyy, Paul Calderone, Jackson Carroll, Martin Chaix, Florent Cheymol, Helge Freiberg, Philip Handschin, Antoine Jully, Marquet K. Lee, Sonny Locsin, Marcos Menha, Bruno Narnhammer, Bogdan Nicula, Chidozie Nzerem, Sascha Pieper, Boris Randzio, Ordep Rodriguez Chacon, Alexandre Simões, Remus Sucheana, Pontus Sundset, Maksat Sydykov, Jörg Weinöhl

ORCHESTER Düsseldorfer Symphoniker

30.05. - 19:30 Uhr
31.05. - 19:30 Uhr

03.06. - 18:30 Uhr

Deutsche Oper am Rhein
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