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Kommentar Januar 2012

Wie grau darf so ein Januar eigentlich sein? Ist es Gesetz, dass die Wolken sich nicht mehr voneinander lösen dürfen und dementsprechend auf Erden alles in eine Einheitsfarbe zerfließt. Hellgrau, mittelgrau, dunkelgrau, das sind die Töne, die in heftigem Moll erklingen. In solchen Monaten möchte man ein Flatterband um die Stadt spannen und sich daneben postieren. Es gibt nichts zu sehen, gehen Sie weiter, würde man dann allen sagen. Ist alles grau hier. Tut uns leid, da können wir auch nichts dafür. Es gibt allerdings Menschen, die loben den Januar. Da habe die Reizüberflutung ein Ende. Das Geblinke der tausend Lichter auf den Weihnachtsmärkten ist erloschen, das letzte „Last Christmas“ mit dem Wind gegangen, und niemand muss mehr heißes Zuckerwasser mit Alkohol trinken. In Wahrheit sei der Januar der Monat der Läuterung. Mach deine Seele frei, von allem, was dich vor Jahresende drängte! Wirf deinen Stress in die Ecke, es gibt bald neuen! Bis dahin genieße das Nichts! Genieße, dass alles auf Null zurückgesetzt wurde! Neues Jahr, neues Glück! Altlasten sind da geblieben, wo sie hingehören, im Gestern. Gewinne dem Grau also die schöne Seite ab. Entdecke die Facetten. Hellgrau, mittelgrau, dunkelgrau, da tut sich ein Kosmos auf. Nimm es positiv auf, akzeptiere die Aufmunterung! Sieh die Chance, dich abzusetzen! Neben diesem Grau siehst du gut aus. Neben diesem Grau sieht alles gut aus. Dafür ist er da, der Januar. Damit die Menschen wieder leuchten lernen.

Hans Hoff