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Ravioli
(Colonia, 23.08.2010)
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Schon die zweite franco-belgische Comicverfilmung in diesem Jahr, die mich im Kino hundertprozentig überzeugen kann. Nach "Vertraute Fremde", der auf einem japanischen Comic basiert, jetzt also "Der kleine Nick". Angeblich kennt die Comics jeder. Ich nicht. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb hat mir der Film sehr gut gefallen. Ich muss nicht vergleichen. Laurent Tirard zieht mich gleich in Nicks Welt der frühen französischen 60-er Jahre hinein. Eine künstliche Welt natürlich, liebevoll und bunt ausgestattet, sauber und überschaubar. Ein Extralob an die Set-Designer. Ausnahmslos gute Darsteller und die Musik von Klaus Badelt tun ihren Teil dazu, dass "Der kleine Nick" eine so hübsche, leichte, beschwingte und familientaugliche Komödie ist. Lobende Extra-Erwähnung verdienen zudem der schöne Vorspann und der Cameo-Auftritt von "Monsieur Mathieu". "Der kleine Nick" ist beste Familienunterhaltung. Die Kinder hatten im Kino genau so viel Spaß wie die Großen. Nicht nur die Ravioli-Episode wird mir sehr lange in Erinnerung bleiben. |
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Sozialstudie in Knetmasse
(Colonia, 23.08.2010)
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Warum "Mary und Max" so viele Auszeichnungen erhalten hat, ist schnell klar: Es ist ein mit wahnsinniger Detailverliebtheit hergestellter, optisch perfekter Animationsfilm. Ganz klassisch gemacht, ohne Computer und dennoch technisch brillant. Und mit unzähligen schönen kleinen Details versehen. Eine interessante, weil ausgefallene Geschichte bietet er sowieso. Im Original sind erklassige Schauspieler als Sprecher engagiert. Die deutsche Version muss sich mit u.a. Helmut Krauss als Max auch nicht unbedingt verstecken. Und doch hat mich "Mary und Max" nicht ganz so in seinen Bann gezogen, wie ich erwartet oder vielleicht erhofft hatte. Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit dem durchgehenden Off-Sprecher. So war es mehr ein – wenn auch großartig –bebildertes Hörspiel. Und das fand ich dann doch ein wenig ermüdend. Obwohl ab 12 Jahren freigegeben, finde ich ihn für Kinder nur sehr bedingt geeignet. |
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Geschafft
(Colonia, 19.08.2010)
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Sie haben es mal wieder geschafft, die Zauberer von Pixar. Ich bin völlig aus dem Häuschen. Ein neues Meistererk, ein würdiger Abschluss der Serie. Keinen Deut schlechter als seine Vorgänger. Düsterer, ernster als Teil 1 und 2. Einfach großartig. Die kleinen bunten Spielzeuge machen ganz, ganz großes Kino. Optisch und technisch sowieso. Aber mit großen Emotionen und immer erfreulich diesseits der Kitschlinie. Keine Ahnung, wie sie das immer wieder hinbekommen. |
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Für Fans
(Colonia, 16.08.2010)
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Auch der Tanzfilm versucht sich nun also an der 3D-Technik. Und das macht sogar Sinn. Handlung hat die dritte Auflage des ohenhin sehr einfach getrickten Boy-meets-Girl-und-alle-tanzen-Films nämlich fast keine. Und die Dialoge sind auch eher wenig Pulitzer-Preis-verdächtig. Also müssen es die Bilder rausreißen. Und das tun sie. Mal vorausgesetzt natürlich, man kann sich für die artistischen Street-Styles von Capoeira über Parcour bis Breakdance begeistern. Die Tanzszenen, die (gottlob!) den größten Teil des Films ausmachen, sind großartig. Das partielle Aufpeppen durch 3D ist ein schöner Effekt. Regisseur John Chu und sein Cutter schnippeln die toll choreografierten und perfekt getanzten Szenen nicht MTV-mäßig kaputt, sondern lassen den Zuschauerblick des öfteren die ganze Tanzfläche erfassen. Die Gesichter der beiden erwachsenen Hauptdarsteller Rick Malambri und Sharni Vinson sind ebenso austauschbar wie langweilig. Das jüngere Pärchen, bestehend aus Adam G. Sevani und Alyson Stoner, gibt da abgesehen vom Niedlichfaktor nicht nur mehr her, sondern hat die vielleicht schönste Szene im Film: Eine ganz klassische Tanzeinlage à la Fred Astaire zu dessen Klassiker "I won't dance". Und im Abspann zeigt ein Street-Artist, wie man mit den Händen "tanzen" kann. Faszinierend! |
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Dark Side of the Moon
(Colonia, 30.07.2010)
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Ein (oder zwei?) großartiger Sam Rockwell auf Tour de Force durch einen Film, den er im Prinzip allein bestreitet. Die Zukunft im Design der 70-er. "Moon" ist großartig und hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Bis jetzt (Ende Juli) mein Film des Jahres. |
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För et Hätz
(Colonia, 29.07.2010)
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122 Minuten Russenklischees, Judenklischees, Zigeunerklischees (bewusst gewähltes Bäh-Wort für das hier gezeigte Stereotyp). Ein ganzes Orchester aus seit 30 Jahren nicht mehr spielenden Ex-Musikern plus Stargeigerin, die nie zuvor Tschaikowski spielte, begeistern ohne eine einzige Probe Kritik und Publikum. Das klingt wie ein ganz, ganz schlechter Film. Radu Mihaileanu erzählt in "Das Konzert" genau wie in seinen früheren Werken "Zug des Lebens" und "Geh und lebe" eine in einem Satz zusammenfassbare Geschichte, deren Grundidee so tollkühn ist, dass man den durchweg sympathischen (Klischee-) Figuren einfach bei der Verwirklichung ihrer Ideen zusehen möchte. Und muss. Und genau darum ist "Das Konzert" dann doch kein ganz, ganz schlechter Film. Er ist für's Gemüt, für's Herz. Nicht für's Hirn. Mitreißend und einfach … schön. |
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Die Typen vom Kiosk gegenüber
(Colonia, 28.07.2010)
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Gut, jetzt ist die Sitzplatzsituation im Open Air Kino am Yachthafen für mittelalte Menschen wie mich nicht ideal. Aber ich weiß nicht, ob allein bequeme Plüsch-Kinosessel mich hätten bewegen können, den Film zu Ende zu schauen. Irgendwie gab "Kleine Wunder in Athen" nicht sehr viel her. Nett, ja. Ein kleiner Film, eine klitzekleine Sommerkomödie. Keine große Sache. |
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Kein Klassiker
(Colonia, 28.07.2010)
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Jeunets Filme sind immer bizarr und fantasievoll, voll skurriler optischer Einfälle und seit dem ersten Kinofilm "Delicatessen" (1991) bin ich ein Fan. Mit "Die fabelhafte Welt der Amélie" (2001) gelang nach "Die Stadt der verlorenen Kinder" dann der ganz große Durchbruch; die "Alien"-Auftragsarbeit zähle ich mal nur halb zum Oeuvre. Vielleicht bin ich mit viel zu hohen Erwartungen in "Micmacs" gegangen. Die Geschichte war in Jeunets Filmen noch nie so wichtig wie die Optik. Und trotzdem konnte er mich jedes Mal fesseln. Bei "Micmacs" ist das anders: Es ist wieder eine Ansammlung irrer Figuren und toller Schauspieler, die in ausgewählten Bildern agieren. Dazu kommen viele schöne Einfälle, witzige Details und die üblichen Extremkamerafahrten. Sogar die Grundidee vom Mann mit der Kugel im Kopf. der von einer verschworenen Gruppe Schrottsammler aufgenommen wird, ist schön. Aber dieses Mal packt es mich einfach nicht. "Micmacs" kommt nie so richig in Fahrt, obwohl doch alle Zutaten auf den ersten Blick richtig sind. Mit ein paar bunten Bildern im Hirn, ansonsen aber leicht gelangweilt, verlasse ich das Kino. Hier wurde kein Klassiker geboren wie vor 9 und vor 19 Jahren. |
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"Zeitarbeit macht frei"
(Colonia, 04.07.2010)
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Arbeitslosen-Vorort-Tristesse-Buddy-Komödie in Schwarzweiß. Furztrocken und vielleicht etwas zu langdrähtig. Irgendwie "kultig" aber allemal. |
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Trinken hilft
(Colonia, 24.06.2010)
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Mensch Girls, was war das denn? Und überhaupt: Warum muss man auf eine klasse Serie mit einem überraschend guten ersten Kinofilm, in dem alles, aber auch wirklich alles, seinen krönenden schönen Abschluss fand, noch einen zweiten setzen? Richtig schlimm ist noch nicht einmal, dass SATC 2 mit sichtlich gereiften Aktricen irgendwie ... überflüssig ... ist. Schlimm ist das Fremdschämenmüssen. Nämlich immer dann, wenn die in Serie und Film 1 so taffe, stets läufige Samantha ihr Wesen vor der selbstverständlich verärgerten arabischen Kulisse treibt. Und wenn uns das dann am Ende auch noch als Feminismus verkauft werden soll. Warum Mädels, warum verlasst ihr New York und begebt euch in Gefilde, in die ihr so überhaupt nicht passt, wo ihr euch nur wie die Elefantinnen im Porzellanladen benehmen könnt? Wo euer Witz nicht mehr funktionieren kann, wo euch ebenbürtige Partner fehlen? SATC war immer auch eine Hymne an den Mythos New York und all die Verrückten, die im Big Apple leben. Schöne Kleider vor Marokkanischer (sorry, soll ja Abu Dhabi sein) Kulisse und für die Story überflüssige Gastauftritte allein bringen's nicht. Also bitte erst in 20 Jahren wieder auftauchen: Als Golden Girls in einer fröhlichen Damen-WG. |
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