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Woody Allen: A Documentary

Woody Allen: A Documentary
USA 2011, Laufzeit: 113 Min., FSK 0
Regie: Robert B. Weide
>> www.woody-doc-derfilm.de

Woody Allen, der noch im letzten Jahr die Filmfestspiele von Cannes mit seinem bisher erfolgreichsten Film „Midnight in Paris“ eröffnet hatte, fehlte diesmal im Wettbewerb. Zum Bedauern vieler hatte er seine neue Produktion „To Rome with Love“ kurz zuvor in eben jener Stadt uraufgeführt, in der sie spielt. Doch ganz musste man nicht verzichten auf den Meister der Komödie: Robert Weides liebevolle Hommage „Woody Allen: A Documentary“ machte den Verlust mehr als wett.

Der für seine Dokumentation über den Satiriker Lenny Bruce 1998 für den Oscar nominierte Robert Weide begleitete Allen anderthalb Jahre lang, was als seltener Vertrauensbeweis gewertet werden kann, angesichts eines immer noch als extrem scheu geltenden Regisseurs.

Die Kinofassung geht streng chronologisch vor. Beginnend mit Allens Anfängen als Schüler, der schon damals als Witzereißer auffiel und bald begann, Gags für Zeitungen zu schreiben, wird ein Schlaglicht auf seine Jugend in Brooklyn geworfen und seine frühe Obsession für das Kino. Gerade diese Anfangssequenzen sind sehr schön, weil sie bisher so noch nicht gesehenes Material des sehr jungen Allen liefern und Erinnerungen an die Anfänge des inzwischen über 70-jährigen Film–Genies wach rufen. Die Rückblicke auf seine Filme werden immer wieder unterbrochen von Woodys Kommentaren, Interviews mit Schauspielern, Produzenten und anderen Filmschaffenden. So kommen unter anderem die Schauspieler Diane Keaton, Mariel Hemingway, Dianne Wiest, Mia Sorvino, John Cusack, Sean Penn, Naomi Watts, Penelope Cruz und Scarlett Johansson zu Wort, aber auch seine Schwester Letty Aronson oder Regisseur Martin Scorsese.

Nur eine fehlt: Mia Farrow, mit der er sich nach Bekanntwerden seiner Beziehung zu Adoptivtochter Soon-Yi Previn eine Schlamm- und Medienschlacht lieferte. Zwar wird auch dieser Skandal kurz gestreift, allerdings nimmt Allen hierzu nicht selbst Stellung. Stattdessen interviewt Weide hier Zeitzeugen und zitiert Zeitungsberichte. Dass die strenge Chronologie diesen Film nicht zu trocken oder gar langweilig werden lässt, dafür sorgt Allen höchstpersönlich. Gerade in seinen jungen Jahren sprüht er vor Komik, was er als Stand–up Comedian oder bei Talkshow–Auftritten unter Beweis stellt. Auch stellt der Film immer wieder Bezüge her zwischen persönlichen Erlebnissen und deren spätere Verwertung in Filmen wie etwa „Broadway Danny Rose“ oder „The Purple Rose of Cairo“.

Interessant auch die Interview–Szenen, in denen Allen über die Art seines Arbeitens spricht. Ganz altmodisch steht die Schreibmaschine im Mittelpunkt seines Arbeitstisches mit Bergen von Papier darum herum gehäuft, auf denen er sich Ideen und Notizen macht. Dass er ein wahrer Festival–Muffel ist, bestätigt er gerne: "Für mich macht es keinen Sinn: die vielen schreienden Menschen, die deinen Namen rufen, das Blitzlichtgewitter – man sollte das alles nicht allzu ernst nehmen. Ich halte nicht viel davon, aber ich weiß, dass es den Produzenten nützt, meine Frau kommt gern nach Cannes, meine Kinder lieben es und mir fallen die Auftritte auf dem roten Teppich oder bei Interviews nicht weiter schwer – schließlich bin ich auch Schauspieler."

(Anne Wotschke - biograph)

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